
„Aufgeben , keine Option“
Diesen Blog widme ich allen Frauen die sich gerade in schwierigen Zeiten befinden , die wie ich Gewalt in der Ehe , Gewalt von den eigenen Eltern erfahren musste.
Hallo , mein Name ist …… ,nennt mich Maria
Meine Odyssee beginnt ca. 1980 , zu diesem Zeitpunkt war etwa 10 Jahre alt .
Das ganze Leben noch vor mir .
Was es aber für ein Leben sein würde , davon ahnte ich noch nichts , vielleicht war es auch gut so , nicht zu wissen was das Leben noch für einen bereit hält .
In diesem Blog möchte ich Frauen / Mädchen Mut machen , sich gegen Ihre Peiniger , die vorgeben Sie zu lieben , zu wehren .
Mit sich Wehren , meine ich , das Leben wieder selbstbestimmt , und in Frieden zu leben .
Sich wehren heißt , oder hieß für mich , meine eigenen Entscheidungen zu treffen , mein Leben zu leben wie ich es möchte und nicht wie es mir jemand Vorschreibt .
Natürlich ging das erst als ich dann endlich volljährig war .
Allerdings weiß ich heute , daß meine Eltern nicht die geringste Ahnung davon hatten , dass sie als Eltern komplett versagt , ja sogar auch zu meinem Peinigern gehörten .
Vielleicht gibt es ja Menschen die eine ähnliche Situation schon erlebt haben , oder sie vielleicht gerade erleben, genau diesen Menschen , möchte ich Mut machen , Mut nein zu sagen , Mut das Leben zu ändern , Mut neu anzufangen , Mut dazu , eigene Entscheidungen zu treffen , auch wenn der Weg dahin schwer und steinig ist , man ab und zu hinfällt , aber wieder aufsteht und diesen Weg weitergeht .
Ich werde in diesen Blog wie ein Tagebuch aus meinem Leben erzählen und hoffe das ich mit meinem Episoden dem ein oder anderen zeigen kann
„ Aufgeben ist keine Option „
- (Kein Titel)manuelaslebensblog.family.blog/blog/
„Hier beginnt meine Geschichte „
Kapitel 1.
Bis zu dem Tag an dem meine Mutter sich von meinem Vater , oder mein Vater sich von meiner Mutter getrennt hat , empfand ich mein Leben , als relativ normal .
Klar gab es wie bei jedem Ehepaar , auch bei meinen Eltern hin und wieder Streit , Meinungsverschiedenheiten , unterschiedliche Ansichten des Lebens , oder wie auch immer man das nennen möchte .
Ich habe einige dieser Streitigkeiten mitbekommen , einige davon empfand ich als harmlos , aber einige sind auch eskaliert .
Wenn ich heute so zurückdenke , bin ich der Meinung , der Leidtragende war dabei mein Vater .
Wir wanderten 1975 aus der ehemaligen DDR und die Alten Bundesländer aus .
Meine Eltern haben viel Unterstützung von damaligen Freunden und natürlich von dem neuen Land bekommen .
Sie hatten kurz nach unserer Ankunft im „ Goldenen Westen“ , so bezeichneten es meine Eltern immer , beide in kurzer Zeit feste Arbeitsstellen und eine tolle Wohnung .
Das lief auch knapp 4 Jahre gut , bis sich meine Eltern entschieden , sich selbstständig zu machen .
Sie eröffneten ein Speiselokal , mein Vater war für die Küche zuständig und meine Mutter für die Bedienung der Gäste .
Anfangs lief das alles echt super , die Gäste kamen und waren zufrieden , die Lokalität passte und die Einnahmen stimmten .
Ich glaube dieses Lokal hatten meine Eltern knapp zwei Jahre , bis es dann hieß , wir machen was anderes , bisschen größer , etwas anspruchsvoller , was das Angebot der Speisen betraf .
Wir zogen also nochmal um , zwar nur innerhalb der Stadt wo wir wohnten aber ans andere Ende .
Dort lief es , soweit ich mich noch richtig erinnern kann etwa ein halbes Jahr gut .
Klar es war viel zu tun , nur ein Tag in der Woche frei , Montag Ruhetag .
Die Streitigkeiten meiner Eltern nahmen täglich zu .
Anfangs fiel mir noch nicht auf , dass meine Mutter viel trank , was mir auffiel war , das sie zunehmend aggressiver wurde .
Ich erinner mich an einen Montag , wir saßen in der Küche unseres Hauses das sich neben der Gaststätte befand und aßen zu Abend , die Stimmung war explosiv , ich erzählte von meinem Tag in der Schule und merkte das es keinen der beiden wirklich interessiert.
Ich hatte eher das Gefühl , als störe ich gerade weil einer der beiden gleich explodieren wollte , aber sie versuchten es an diesem Abend eher mit gegenseitigem Schweigen , zumindest solange wir beim Essen saßen .
Als wir fertig waren , räumten wir noch gemeinsam auf und dann ging ich in mein Zimmer , wollte noch eine Hausaufgabe beenden und dabei bisschen Musik hören .
Es dauerte nicht lange , bis ich Stimmen meiner Eltern hörte , die sich in ihren Auseinandersetzungen immer mehr reinsteigerten , immer lauter wurden , bis sie sich nur noch anschrieen.
Ich habe meine Tür einen Spalt geöffnet um eventuell mitzubekommen um was der Streit diesmal ging .
Brockenweise flogen Wörter Richtung meiner Ohren .
In diesem Streit ging es um das Trinkverhalten meiner Mutter , mit dem mein Vater anscheinend nicht mehr zurecht kam .
Umgekehrt warf meine Mutter meinem Vater vor , zu nett zu einigen weiblichen Gästen zu sein .
Es klirrte , ich konnte deuten das einer der beiden etwas auf dem Boden zerschlug , ich hörte meinen Vater , wie er sagte , du bist krank du brauchst Hilfe .
Der Tonfall meiner Mutter wurde immer aggressiver …..
Plötzlich hörte ich , wie das Küchenfenster aufgemacht wurde .
Dann war es still …..
Komisch still
Einige Minuten später , schlich ich mich aus meinem Zimmer Richtung Küche , weil ich nichts mehr hörte .
Als ich vorsichtig hinter dem Türrahmen vor schaute , sah ich meine Mutter am Küchentisch sitzend , mit einem Glas Schnaps in der Hand , mit einem bitterbösen Blick .
Ich fragte mit leiser Stimme , „ wo ist denn Vati „?
Ich bekam nicht gleich eine Antwort , erst als ich nochmal fragte
Darauf meinte sie , der ist gerade aus dem Fenster gesprungen , hoffentlich steht er nicht mehr auf !!
Ich ging langsam zum Fenster , schaute ängstlich und zitternd nach unten und traute meinen Augen nicht
Mein Vater hing mit der Hälfte seines Körpers auf der Hundehütte unseres Schäferhundes und stöhnte vor Schmerzen .
Ich drehte mich zu meiner Mutter um und sah das sie grinsend in ihr Schnapsglas schaute
Ein Blick , den ich nie vergessen werde , eiskalt , mit Hass erfüllt und total emotionslos
Ich drehte mich wieder zum Fenster und rief meinem Vater zu , warte ich komme runter ich helfe dir .
Ich schnappte mir das Telefon , wählte die Notrufnummer und sagte der Frau am anderen Ende des Telefons , mein Vati ist aus dem Fenster gefallen wir brauchen Hilfe .
Ich hab ihr die Adresse , legte auf und stürmte nach unten .
Einmal ums Haus rum , öffnete den Hundezwinger und rannte zu meinem Vater .
Er meinte es geht schon wieder , ich kann aufstehen mir ist nichts passiert .
Ich half ihm so gut es ging von der Hundehütte runter , als er sich bemühte aufrecht zu stehen sah ich sein schmerzverzerrtes Gesicht , er wollte das ich ihn nach oben begleite , ich sagte ihm , bleib bitte hier und warte auf den Arzt .
Ich fragte ihn wie ist denn das passiert , er meinte er hätte das Gleichgewicht am Fenster verloren und wäre rausgefallen
In dem Moment hörte ich die Sirene des Krankenwagens und schon hörte ich wie jemand rief , hallo ist jemand da ?
Ich rannte ums Haus und zeigte den Sanitätern , wo mein Vater lag bzw. saß .
Sie sprachen mit ihm , machten einige Routine mäßige Untersuchungen mit ihm und fragten ihn dann wie das passiert ist , er erzählte den Sanitätern genau das selbe wie mir .
Sie meinten sie müssen ihn vorsorglich mit nehmen , um auszuschließen das er innere Verletzungen hat .
Man fragte mich ob denn noch jemand da sei , der sich in der Zeit um mich kümmern kann ?
Ich sagte ja , meine Mutter sitzt oben in der Küche .
Da fragte mich ein Sanitäter , warum denn meine Mutter nicht mit hier unten ist , darauf antwortet mein Vater , gehen sie hoch und sehen sie selbst .
Das tat er dann auch , in der Zeit wurde mein Vater in das Rettungsfahrzeug gebracht das vor unserer Eingangstür stand .
Ich lief hinterher .
Nach ein paar Minuten kam der Sanitäter aus dem Haus und schüttelte nur mit dem Kopf .
Ich blieb noch stehen , bis der Krankenwagen los fuhr .
Als ich nach oben kam hatte meine Mutter immer noch Schnaps in ihrem Glas , bzw sah ich das die Flasche die vorher fast voll war , jetzt zur Hälfte leer war .
Ich hörte sie nuscheln , selbst zum umbringen ist er zu blöd .
Umbringen?
Mein Vater ist also aus dem Fenster gesprungen ?
Sie meinte ja , schade das es nicht geklappt hat .
Ich ging in mein Zimmer , setzte mich auf mein Bett und fing an zu weinen .
Mein Vater wollte sich umbringen ?
In mir ist eine Welt zerbrochen .
Diese Kälte , diese emotionale Kälte meiner Mutter machte mich wütend .
Ich begann sie zu hassen , zu hassen warum sie so kaltherzig ist , sie war kein Mensch mit Herz , Gefühllos war sie , sogar noch schadenfroh .
An diesem Tag sah ich meine Mutter mit anderen Augen
Sie war für mich wie Luft , ich konnte nicht mehr mit ihr reden , ich möchte sie nicht mehr .
Mein Vater kam am selben Abend heim , mit einer geprellten Rippe und vielen blauen Flecken .
Seit diesem Tag schliefen die beiden getrennt
Er im Wohnzimmer und sie im Schlafzimmer
Ca 4 Wochen später teilte mir meine Mutter mit , das sie auszieht und ich soll doch mit ihr ausziehen .
Darauf hin sagte ich ihr , ich bleibe bei Vati, ich möchte nicht zu dir .
Es verging etwas eine Woche bis zu ihrem Auszug
